Die acht seltsamsten und coolsten Blumen der Welt

5. Blasenwurz: Der Unterwasserjäger

Fleischfressende Pflanzen, die als Blasenpflanzen (Utricularia) bekannt sind, haben eine originelle und faszinierende Strategie entwickelt, um in wässrigen Lebensräumen Beute zu fangen. Mit Ausnahme der Antarktis gibt es auf allen Kontinenten Süßwasser- und Feuchtboden-Ökosysteme mit diesen erstaunlichen Pflanzen, wobei die Tropen die größte Vielfalt aufweisen. Der Begriff "Blasenkraut" leitet sich vom lateinischen Wort "utriculus" ab, das "kleine Flasche" oder "Blase" bedeutet und den einzigartigen Fangmechanismus der Pflanze treffend beschreibt. Blasenkräuter sind einzigartig unter den fleischfressenden Pflanzen, da ihre hochspezialisierten Unterwasserfallen an den untergetauchten Stängeln oder Blättern der Pflanze befestigt sind. Diese kleinen hohlen, ballonartigen Fallen - auch Blasen genannt - sind in der Regel nur wenige Milliliter groß. Der Eingang der Blase ist durch eine nach innen öffnende Falltür verschlossen. Auslösehaare an der Außenseite dieser Tür öffnen sich schnell, wenn sie mit möglicher Beute in Berührung kommen. Der Fangmechanismus der Blasenkräuter gehört zu den schnellsten bekannten Bewegungsabläufen in der Pflanzenwelt. Wenn er aktiviert wird, öffnet und schließt sich die Falle in weniger als einer Millisekunde und erzeugt einen unerwarteten Wasserstrom, der die unglückliche Beute mitreißt. Die Architektur der Blase trägt dazu bei, diese schnelle Aktion zu ermöglichen, da der Innendruck unter dem des umgebenden Wassers liegt. Die Falltür schließt sich, sobald sich das Opfer darin befindet, und die Verdauung beginnt. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Wasserlebewesen wie Protozoen, Rädertierchen, Wasserflöhen und sogar kleinen Fischbrutlingen. Die Verdauungsenzyme und symbiotischen Bakterien in der Blase zersetzen die gefangene Nahrung, so dass die Pflanze die Nährstoffe aufnehmen kann. Dank ihrer fleischfressenden Eigenschaften gedeihen Blasenkräuter in nährstoffarmen, wässrigen Lebensräumen, in denen andere Pflanzen Schaden nehmen könnten. Obwohl sie fleischfressend sind, können Blasenkräuter auch Photosynthese betreiben. Viele Arten haben ästhetisch ansprechende kleine, zerbrechliche Blüten, die über der Wasseroberfläche erscheinen. Diese oft leuchtend bunten und schönen Blüten spiegeln den fleischfressenden Charakter der Pflanze wider, die sich unter der Wasseroberfläche versteckt. In der wissenschaftlichen Forschung haben die Blasenkräuter viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ihr schneller Fangmechanismus wurde eingehend untersucht und ermöglicht ein besseres Verständnis der Biomechanik und Evolution von Pflanzen. Wichtig für die Erforschung der Evolution des Pflanzengenoms sind auch einige Blasenkrautarten, deren Genome sequenziert wurden und die schockierend kleine Größen aufweisen, mit denen nicht benötigte DNA im Laufe der Evolution abgestoßen wurde. In ihren Lebensräumen erfüllen Blasenkräuter auch bedeutende ökologische Funktionen. Indem sie überschüssige Nährstoffe und mikroskopisch kleine Organismen aus dem Wasser entfernen, tragen sie dazu bei, dessen Reinheit zu erhalten. Bestimmte Arten gehen symbiotische Partnerschaften mit anderen Arten ein, z. B. mit Mückenlarven, die gelegentlich in den Blasen leben und sich von der Beute der Pflanze ernähren, so dass die Pflanze mit zusätzlichen Nährstoffen aus ihren Ausscheidungen versorgt wird. Im Gartenbau sind einige Blasenkrautarten bei Aquarienliebhabern sehr beliebt. Ihre besonderen räuberischen Eigenschaften und ihre Fähigkeit, zur Erhaltung der Wasserqualität in Aquarien beizutragen, machen ihre Bedeutung aus. Einige Arten können jedoch in nicht-einheimischen Umgebungen invasiv werden und so einheimische Wasserpflanzen verdrängen. Einige Blasenkrautarten, vor allem in Feuchtgebieten, haben wie viele andere spezialisierte Pflanzen aufgrund des Verlusts und der Verschlechterung ihres Lebensraums Probleme mit der Erhaltung. Der Schutz dieser ungewöhnlichen Pflanzen erfordert in der Regel die Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume und die Erweiterung des Wissens über ihren ökologischen Wert und ihre erstaunliche Biologie.

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